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Thema des Tages
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Thema des Tages von Gestern den 25.09.2026 - (neu um 11 Uhr) |
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Wetter aktuell
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Wetter aktuell
Warum Tallagen besonders frostgefährdet sind
In der Nacht zum Freitag gab es an einigen Orten erneut Bodenfröste, vor allem in Tälern im Süden Deutschlands. An diesen Stationen fielen die Temperaturen in Bodennähe unter 0 Grad Celsius. Doch warum sind besonders diese Tallagen frostgefährdet?
Hierfür ist es wichtig zwischen Luftfrost und Bodenfrost zu unterscheiden. Von Luftfrost spricht man, wenn die Temperatur in 2 Meter Höhe über Grund unter den Gefrierpunkt fällt. Damit Bodenfrost auftritt, muss sich die Luft in einer Höhe von 5 Zentimeter über Grund auf unter 0 Grad Celsius abkühlen, dabei kann die Temperatur auf einer Höhe 2 Meter über Grund gemessen durchaus über dem Gefrierpunkt liegen. Dies passiert in Herbstnächten dann, wenn drei Faktoren erfüllt sind: wenig Bewölkung, eine geringe Luftfeuchte und möglichst niedrige Windgeschwindigkeiten. In der Nacht gibt die Erdoberfläche langwellige Wärmestrahlung an die Atmosphäre ab und kühlt dadurch aus. Die bodennahe Luft wird dabei ebenfalls abgekühlt, sodass ihre Temperatur sinkt. Bei einem wolkenfreien Himmel kann diese Strahlung ungehindert ausstrahlen. Bei starker Bewölkung würde diese Strahlung an der Wolkenunterseite reflektiert werden und als sogenannte Gegenstrahlung wieder zurück zur Erdoberfläche gelangen und schwächt die Abkühlung der Erdoberfläche ab. Auch die relative Luftfeuchte spielt eine Rolle. Wenn abkühlende Luft viel Wasser enthält, also eine hohe Luftfeuchte aufweist, beginnt dieses Wasser mit sinkenden Temperaturen zu kondensieren. Es wird also flüssig. Bei dem Phasenübergang von gasförmig zu flüssig wird aber viel Energie, die sogenannte latente Energie, freigesetzt. Diese war zuvor im Wasserdampf gespeichert und sorgt, wenn sie freigesetzt wird, für eine Erwärmung der Umgebungsluft (mehr dazu beim Thema des Tages vom 22.09.2026). Somit verhindert Nebelbildung eine starke Abkühlung. Zuletzt braucht man noch geringe Windgeschwindigkeiten, damit keine Durchmischung der Luftschichten stattfindet. Kalte Luft hat eine höhere Dichte als warme Luft, sie ist also schwerer und sammelt sich in Bodennähe. Würde nun ein starker Wind wehen, würde dieser die kalte Bodenschicht mit den darüberliegenden wärmeren Schichten vermischen. Zudem wird durch die Reibung zusätzliche Wärmeenergie freigesetzt.Beide diese Faktoren verhindern eine starke Auskühlung, aber genau diese benötigt man ja für das Auftreten von Bodenfrost. Nun ist zwar klar wie es zu den niedrigen Temperaturen und damit zum Bodenfrost kommt, aber warum sind dann Tallagen besonders häufig davon betroffen? Das liegt vor allem an ihrer Topographie, also ihrer Lage im Gelände. Wie bereits beschrieben hat kalte Luft eine geringere Dichte als warme Luft und sammelt sich in Bodennähe. Wenn sich nun Kaltluft in der Bodenschicht der umliegenden Hänge eines Tals bildet, fließt diese, angetrieben durch die Schwerkraft den Hang hinunter und sammelt sich im Tal. Dies wir auch gravitative Dichteströmung genannt. Das Tal bildet die Kaltluft also nicht selbst, sondern wirkt viel mehr als Sammelbecken für die Kaltluft der umliegenden Hänge. Die kalte Luft sammelt sich also an der tiefsten Stelle im Gelände und sorgt dort für besonders niedrige Temperaturen. Damit es bereits im frühen Herbst zu Bodenfrost kommt, müssen all diese Faktoren erfüllt sein. So kann es vorkommen, dass an einer Station Temperaturen unter 0 Grad Celsius und Bodenfrost auftreten, während wenige Kilometer weiter Plusgrade gemessen werden. Denn bereits kleine Unterschiede in der Topographie, der Bewölkung, der Windgeschwindigkeit oder der Luftfeuchtigkeit können dabei einen deutlichen Einfluss auf die Temperatur in Bodennähe haben. In der Nacht zum Freitag lässt sich gut der Unterschied der Temperatur in 5 Zentimeter und 2 Meter Messhöhe und der Einfluss der Bewölkung erkennen. An nahezu allen Stationen ohne Bewölkung wurde in 5 Zentimeter eine niedrigere Temperatur gemessen als in 2 Meter Höhe. Die Bodenschicht konnte hier also stärker auskühlen. Im Nordosten unter der Bewölkung dagegen, liegen die Temperaturen zum einen deutlich höher als im restlichen Bundesgebiet, zum anderen sind kaum Unterschiede zwischen den Höhen feststellbar. An den Stationen in Gießen-Wettenberg (203 m) und am Hoherodskopf (740 m) zeigt sich, dass in der Höheren Lage die Temperaturen nie unter 3 Grad gefallen sind, während an der Messtation auf 203 m die Temperaturen auf 0 Grad gefallen sind Wenn all die hier beschriebenen Bedingungen erfüllt sind, entsteht aber nicht nur Bodenfrost, sondern auch eine sogenannte Bodeninversion. Unter einer Inversion versteht man in der Meteorologie eine Umkehr des Temperaturverlaufs mit der Höhe. Normalerweise nimmt die Lufttemperatur mit der Höhe ab. Bei einer Inversion dagegen steigt die Temperatur mit der Höhe an. Um eine Bodeninversion handelt es sich dann, wenn sich die Bodennahe Luftschicht durch Ausstrahlung abkühlt und dadurch unter wärmeren Schichten liegt. Die Bodeninversion kann man besonders gut durch Radiosondenaufstiege erkennen, da hier die Temperatur mit steigender Höhe gemessen wird. Auch in der nächsten Nacht kann aufgrund des Hochdruckeinflusses und der damit verbundenen trockenen Luft, niedrigen Windgeschwindigkeiten und geringer Bewölkung das Phänomen Bodenfrost in Tallagen und Inversionsbildung beobachtet werden.
MSc Sonja Hansen
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 25.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Thema des Tages von Vorgestern den 24.09.2026 |
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Wissenschaft kompakt
Flugwettervorhersagen: Der GAFOR
In der Fliegerei gibt es verschiedenste Produkte, aus denen sich die Wetterbedingungen und Wetterprognosen ableiten lassen. Ein solches Produkt ist der sogenannte GAFOR, der heute als Teil einer Reihe von Vorhersageprodukten vorgestellt werden soll.
Charlie (C), Oscar (O), Delta (D), Mike (M), X-Ray (X): Was unter anderem klingt wie die Aneinanderreihung unterschiedlicher englischsprachiger Namen ist in Wahrheit eine codierte Form der Flugwettervorhersage, nämlich der sogenannte GAFOR. Das bedeutet, dass sich hinter den dafür stehenden Buchstabenkürzeln C, O, D, M und X meteorologische Bedingungen verbergen, anhand derer eine Pilotin oder ein Pilot Entscheidungen treffen kann, ob das Flugwetter ausreichend gut genug in einem bestimmten Gebiet ist, um ein Flugvorhaben durchzuführen. GAFOR steht dabei für General Aviation Forecast und ist eine Wettervorhersage für den Sichtflug der Allgemeinen Luftfahrt, also nicht die Verkehrsluftfahrt. Der GAFOR ist in Deutschland schon seit vielen Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Flugwettervorhersage und wird im Sommerhalbjahr fünfmal am Tag, im Winterhalbjahr viermal am Tag, für jeweils 6 Stunden durch die Luftfahrtberatungszentralen West, Nord, Ost, Süd und die Flugwetterzentrale Frankfurt ausgegeben. Für diese Art der Flugwettervorhersage wurde Deutschland in insgesamt 73 einzelne Gebiete mit den Nummern von 00 bis 84 gegliedert, welche meistens zusammenhängende Naturräume wie die Rhön (Nr. 47), Mittelfranken (Nr. 56) aber auch das eher kleine Neuwieder Becken (Nr. 38) sind. Für jedes dieser Gebiete wird nun für einen Zeitraum von je 2 Stunden vorhergesagt, welche Sichtweite in Kilometern und welche Wolkenuntergrenze in hft über der jeweiligen Bezugshöhe (Achtung, für jedes Gebiet individuell festgelegt!) vorherrschend ist. Hinzu kommen Angaben zu unterschiedlichen Wettererscheinungen, wie etwa vereinzelt auftretende Gewitter (ISOL TSRA) oder häufig auftretender Nebel (FRQ FG). Alles zusammen ergibt dann einen nach einem bestimmten Schema festgelegten Code mit einer Farbe, was von Blau für C, Grün für O, Gelb für D, Orange für M bis Rot für X reicht. Damit wird schon beim Blick auf die Deutschlandkarte mit seinen GAFOR-Gebieten rasch klar, welche Bereiche fliegbar sind und wo ein Flugvorhaben der Allgemeinen Luftfahrt besser entfällt.
Die Wetterbedingungen in diesen Gebieten sind immer mit bestimmten Spannen versehen und nicht auf einen einzelnen Wert festgelegt. So beträgt die Bodensicht bei Charlie (C = clear) mindestens 10 km oder mehr und die Hauptwolkenuntergrenze liegt bei mehr als 5000 ft (50 hft) über der Bezugshöhe. Bei Oscar (O = open) muss die Hauptwolkenuntergrenze bei mindestens 2000 ft und die Sichtweite bei mindestens 8 km liegen. Bei Delta (D = difficult) werden die Bedingungen schon schwieriger für Flugvorhaben, hier sind für eine solche Einstufung Hauptwolkenuntergrenzen zwischen 1000 und 2000 ft bei einer Sichtweite von 5-8 km vonnöten. Bei Mike (M = marginal) ist die Hauptwolkenuntergrenze nur noch bei 500 bis 1000 ft über der Bezugshöhe und die Bodensicht bei 1,5 bis 5 km. Bei X-Ray (closed) sind die Werte der Hauptwolkenuntergrenze und der Sicht noch unter denen von Mike, was einen sicheren Flug eigentlich ausschließt. Bei Delta und Mike können noch Zahlen von 1 bis 8 angehangen werden, was aufzeigt, welche Bedingung zur jeweiligen Klassifikation führte. Blicken wir nun zum Abschluss noch auf eine offizielle GAFOR-Vorhersage vom 15. September 2026 um 06 Uhr morgens: Es ist gut zu sehen, wie alle genannten Farben und Codierungen an diesem Tag vertreten waren, denn in einer recht feuchten Luftmasse bei Hochdruckeinfluss und zu Beginn des Herbstes konnte sich nachts häufig Nebel oder tiefer Stratus bilden. Dies führte dazu, dass einige Gebiete schlechte bis sehr schlechte Flugwetterbedingungen aufwiesen und auch in den Folgestunden noch aufweisen sollten. Mit einem Blick wird der geschulten Pilotin oder dem Piloten deutlich, dass man im Nordosten und Südwesten gutes Flugwetter vorfinden wird, vor allem über Teilen Bayerns dieses aber sehr schlecht ist. Und übrigens, so wie in Deutschland beim GAFOR Gebiete codiert werden, so wird in den durch die Alpen stark gegliederten Ländern Österreich und der Schweiz eine Vorhersage für festgelegte Flugrouten nach einem ähnlichen Schema gemacht. Falls Sie nun neugierig geworden sind, den aktuellen GAFOR des DWD gibt es hier: GAFOR Deutschland
M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 24.09.2026
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